Montag, 3. Januar 2022

 

Meine Gänsemagd im Dezember,








das letzte Märchen in der zauberhaften Märchenparade von Maika. Mit Erstaunen habe ich gelesen , das es diese Mitmachaktion von Maika schon seit 2015 gibt. 2015, das Jahr in dem ich mein Stübchen bezog und meinen Blog eröffnet habe. Zu den ersten Themen „Farben des Regenbogens“ und „Revue der Muster“ war ich zunächst noch stiller „Zaungast“. Zuwenig Zeit blieb damals, denn ich hatte auch 2015 unsere jüngste Tochter geboren und zwischen Stillmahlzeit und Augenringen nicht viel Luft für andere Projekte. 2017 dann zur „Materialrevue „ war ich dann fast jeden Monat mit dabei und werkelte etwas zum ausgelosten Material. Ich fand es sehr spannend damals , zumal ich so auch Material ausprobierte wie z.B. Snappap . Eine tolle alternative zu Leder. Man wächst an seinen Aufgaben und so probierte ich viel aus , was ich ohne diese Aktion von Maika nie probiert hätte. Das Jahr darauf , Thema „Zwei Farben“ hab ich ausgelassen, warum , weis ich auch nicht mehr. Zu der „Buchstabenrunde“ war ich wieder dabei und da begann es dann, das man mal abstrakt um die Ecke denken musste. Ein sehr schönes Thema! Sogar ein Stöffchen wurde für mich ausgelost, zum Buchstaben , E , wie Elefant. Ein zuckersüßer Elefanten-Baumwollstoff.

Ja und dann kamen zwei Jahre Märchen. Wie großartig war das!!Jeden 1. im Monat fieberte ich schon entgegen, was nun für ein Märchen dran wäre . Immer fiel mir nach wenigen Stunden etwas ein , was ich machen würde.

So auch diesmal ,zum letzten Mal zu den zauberhaften Märchen, denn leider (eine kleine Träne hab ich schon im Knopfloch, ich dachte mir das Maika bestimmt was neues beginnt...ist ja auch dran! .. aber so im Hinterstübchen hoffte ich wohl insgeheim auf eine Fortsetzung...) endet das Märchenthema und macht nun Platz für neue aufregende Reisen, wenn auch nur mit dem Finger auf der Landkarte!

Für mich fühlt sich grade alles nach Abschied an, das neue Thema kommt mir erstmal fremd vor, kann ich gerade noch nicht viel mit anfangen. Zumindest nicht mit Berlin. Aber mal sehen, vielleicht lockt ja das eine oder andere Reiseziel in diesem Jahr noch was aus mir heraus.


Nun aber zur Gänsemagd. Es ist das erste Märchen in dieser Runde , das ich nachlesen musste. Ich kannte es zwar , aber nur wage. Als Kind wollte ich das nicht hören, wegen dem Pferdekopf an der Wand.(siehe oben auf dem Bild aus meinem Märchenbuch) Das hatte mich schon als Kind nichts Gutes ahnen lassen. Ich hätte es übrigens toll gefunden, wenn Fallada wieder lebendig geworden wäre im Märchen...

Die vertauschte Braut im Märchen gibt mir Rätsel auf. Klar die Magd , Zofe, Kammerjungfer , wie auch immer , will nicht immer nur die zweite Geige sein, will nicht immer nur dienen und herumgeschubst werden.

Aber woher dieser große Groll auf die Königstochter? Richtiger Hass schlägt ihr ja entgegen und am Ende bedroht sie sie sogar mit Mord, wenn sie was verraten würde. So richtig schlüssig ist das nicht, finde ich. Warum gibt man seinem einzigen Kind auch nur die Zofe mit auf diesen langen beschwerlichen Weg? Mehrere Tage müssen die unterwegs gewesen sein. Und das ohne eine Wache , ohne einen Ritter zum Schutz? Zwei Frauen ganz allein? Da hilft das Tuch mit den Blutstropfen der Mutter auch nicht wirklich weiter.

Ich finde das ganze Märchen irgendwie konstruiert , als fehlte was.

Es ist ein finsteres Märchen, der arme Fallada, der einzige Verbündete , Freund der Königstochter endet so tragisch an der Wand in dem finsteren Tor . Sie selber sagt kein Wort über den Betrug, still und demütig nimmt sie alles hin und erträgt diese Ungerechtigkeit , die zum Himmel schreit. Nur durch Fallada wiederum, der einzige mit dem sie spricht , kommt die Wahrheit ans Licht. Erinnert mich ein bisschen auch Brüderchen und Schwesterchen...

Was will uns das Märchen sagen? Das die Wahrheit immer raus kommt? Wer Recht hat soll auch Recht kriegen? Schön wärs!

Schwierig...aus mütterlicher Sicht würde ich sagen: „ Es kommt der Tag, an dem musst du deine Kinder loslassen. Ziehen lassen. Dein Einfluss nimmt ab(nur noch Blutstropfen..) .

Es kommt im Leben immer anders als du denkst und manchmal kannst du so blöd gar nicht denken , wie es kommt. Aber hab Vertrauen , in dein Kind, auf Gott, auf deine Werte und Hoffnungen die du ihm mitgegeben hast. Am Ende wird es gut sein...vielleicht nicht immer auf dem geraden Weg. Aber wer will den schon gehen, das ist doch langweilig!!


Meine Gans , soll ganz groß rauskommen . Nach Weihnachten ist vor Weihnachten! Dieses Weihnachten möchte ich gern mit meiner Klasse die Weihnachtsgans Auguste als Puppentheater spielen. Neben den Märchen , ist auch das Puppentheater eine große Leidenschaft von mir. Und die Weihnachtsgans Auguste ist ein Klassiker aus meiner Kindheit schon . Seit ich mal vor vielen Jahren eine Puppentheateraufführung davon gesehen habe, möchte ich das seither selber gern mal verwirklichen.

Ein paar „ Schauspieler „ fehlen noch, aber den Anfang macht die Auguste selber.

Bühne frei für meine „Gustie“. Einmal mit vollem Gefieder und einmal „nackig“ mit Pullover. Ich freu mich jetzt schon auf das Puppenspiel!!

















In diesem Sinne schließe ich ab mit der Märchenrunde und schauen wir mal wie es hier in meinem Blog weitergeht, was ihn trägt, was er beinhalten soll in Zukunft. Vielleicht erfinde ich den Blog (mich) nochmal ganz neu...wer weis...

Danke liebe Maika für diese wunderbare Aktion und wir sehen uns, wenn mich das Fernweh packt, mit dem Finger auf der Landkarte.

Liebe Grüße Sandy.

Sonntag, 5. Dezember 2021

 






Mein Hänsel und Gretel im November....


Hänsel und Gretel wohl eins der bekanntesten Märchen und zugleich auch ein heftiges Märchen.

Meinen Kindern hat es immer sehr große Angst gemacht, zugleich waren sie aber richtig „scharf“ drauf.

Mir ging es als Kind auch so . Ich kann mich erinnern, das ich das Märchen auch so gerne gehört habe. Von der Schallplatte, rauf und runter. Ich mochte das Märchen, denn am Ende ist die Kehrtwende und das gute Ende so erleichternd für mich gewesen, das musste ja bedeuten das alles irgendwie zu schaffen sein muss!

Es werden Urängste von Kindern thematisiert, behandelt. Das Verlassen werden von den Eltern, der tiefe dunkle Wald, allein sein. Zur Entstehungszeit von Hänsel und Gretel, das übrigens eins der wenigen Märchen ist, das es in ganz vielen Ländern in verschiedenen Varianten gibt, waren zusätzlich noch eine große Hungersnot, Krieg und bittere Armut ein Thema für die Kinder. Wenn da dann überlegt wurde die Kinder wegzuschicken, dann war das keine Ausnahme , sondern bittere Notwendigkeit. Im Original war es sogar die eigene Mutter, die die Kinder loshaben wollte. Die Gebrüder Grimm haben später dann die Mutter , durch eine Stiefmutter ersetzt.

Hunger, Not, Armut...das sind doch für viele Familien heute überhaupt kein Thema mehr. Die Mehrheit der Kinder weiß gar nicht wie sich Hunger anfühlt, zum Glück. Ich denke wir meckern oft auf viel zu hohem Niveau . Wir haben doch alles, ein zu Hause, Essen im Überfluss, das wir sogar wegschmeißen! Wir können den Kindern (fast) jeden Wunsch erfüllen, wir sind gesund und werden wir krank haben wir die Möglichkeit medizinisch versorgt zu werden. Ich ärgere mich oft über die Anspruchshaltung mancher Kinder und auch deren Eltern. Da wird gefordert und ohne Rückfrage, ohne Rücksicht genommen. Steht mir doch zu. Wie ?krieg ich jetzt nicht, warum, her damit , alles und immer sofort. Immer sofort Bedürfnisbefriedigung. Kaum ein Kind kann sich zurücknehmen und mal warten und auch mal verzichten. Da gehen jetzt am Nikolaus wieder Handys , Spielzeug, Fahrräder, teurer Elektronik Schnick Schnack in die Stiefel...das widert mich manchmal richtig an.

Hänsel und Gretel spielt in einer anderen Zeit. Die Urängste der Kinder sind aber geblieben. Wirkliche Fundamente zu legen für unsere Kinder mit Moral mit Werten, mit Urvertrauen., das kann ich nicht konsumieren, das muss ich leben, das muss ich weitergeben. Da reicht es eben nicht die Kinder mit allem was es zu kaufen gibt zu zumüllen, die Ängste nehmen und durch Vertrauen ersetzen, dafür braucht es mehr, mehr Einfühlungsvermögen, sich mehr mit dem Kind beschäftigen, sich mit ihm auseinandersetzen. Das ist schwer...Aber es lohnt sich, sehe ich jeden Tag!

Hänsel und Gretel besiegen die böse Hexe, sie schaffen es sogar noch Reichtum mit nach Hause zu bringen, damit alle Not ein Ende hat, was für tolle Kinder.

Ein Punkt hat mich immer aufgewühlt bei dem Märchen, klar die Situation das die Eltern die Kinder aussetzen, Übel, ja! Aber das die Kinder beide Male wieder nach Hause wollten, unfassbar. Warum sind sie nicht weggelaufen, im Hexenhaus wohnen geblieben? Aber am Ende verwundert es eben auch nicht, Familie verbindet, bindet, verpflichtet , „Blut ist dicker als Wasser!“








Mein Beitrag zu Hänsel und Gretel , Zwei schöne Laternen vom Martinsumzug, die meine Zwei Töchter gebastelt haben . Mit einer sehr netten und freundlichen Hexe! Ich denke damit hätten Hänsel und Gretel den Heimweg auch gefunden!






Und wir haben einen Leb – Kuchen gebacken , nach einem Rezept in unserem Adventskalender,








So das ganze geht nun zu Maika...

Ich bin schon sehr gespannt wie es im neuen Jahr weitergeht???



Liebe Grüße Sandy