Donnerstag, 7. Oktober 2021

 




Mein Dornröschen im September,


Wahnsinn wo die Zeit hingeht..schon wieder Oktober!

Ich bin recht spät dran mit meiner Königstochter , vielleicht schaffe ich es trotzdem noch in den Lostopf?


Dornröschen...war ein schönes Kind, ersehnt von ihren Eltern. Ein echtes Wunschkind, das erste. Das erste Kind ist in sofern etwas besonderes , weil man mit ihm alles zum ersten Mal durchlebt, ALLES, die ganze unglaubliche Bandbreite des Elternseins, erlebt man zum ersten Mal. Eltern unter uns , wissen was ich meine. Es überwältigt einen jedes mal aufs neue. Zuerst das großartige Wunder der Geburt, was aber auch unendlich viel Kraft kostet und zeitgleich so viele Emotionen auslöst.

Emotionen lösen Kinder ja eine Menge aus. So viele schöne und so viele von denen man nicht dachte ,das man sie mal fühlt. Manchmal schämt man sich auch der „derben“ Gefühle, wenn man einfach mal wieder gern 4 Stunden am Stück geschlafen hätte oder sich die Beine in der Dusche gerne fertig rasiert hätte...aber dann ...kommt es immer anders als Eltern denken.

Eine gewisse Naivität schützt uns vor der ersten Elternrunde. Und sie kommt auch in der zweiten , dritten Runde wieder. Man vergisst Schmerz und Ungewissheit , Unsicherheit schnell wieder und auch die müden Augen...sonst würde wohl kaum jemand das Abendteuer Kinder zu haben jemals mehrmals haben wollen.

Ich selber habe mich unglaubliche 3Mal getraut und hatte immer ein großes Vertrauen darin , das es gut werden wird. Ich bin unendlich dankbar dafür ,das das bei uns auch so ist, im Moment.

Jeden Tag warten neue, ungeahnte Herausforderungen auf uns mit den Kindern. Man sorgt sich immer, auch wenn die Kinder längst keine mehr sind.

Jedes seiner Kinder möchte man schützen vor allem Ungemach was man verhindern kann.

So ging es auch den Eltern von Dornröschen. Sie sorgten sich sehr um ihr Kind. Es war das erste und wohl auch einzigste Kind . Ganz so einfach war es für das Königspaar wohl nicht Kinder zu bekommen, zumindest höre ich das immer raus?!

Es liegt von Anfang an ein großer Druck auf Dornröschen, finde ich. Da wurden extra Feen einbestellt , die dem Kinde holt und gewogen sein sollten. Und dann das Dilemma mit dem 13. Teller. Ganz ehrlich, ich wäre auch sauer gewesen als 13. Fee!!!

Dann der Fluch, der vom Tode in 100 jährigen Schlaf abgemildert wurde. Himmel und Hölle wurde in Bewegung gesetzt , damit sich das prophezeite Schicksal nicht erfüllen möge.

Und dann!!!... Kommt für mich der unverständlichste Teil, den ich je in einem Märchen gehört habe und schon als Kind nicht verstanden habe: „ Als das Königskind 15. Jahr alt ward , und der König und die Königin nicht zu Hause waren...“ WIE BITTE??? warum um alles in der Welt sind die an DIESEM Tag nicht zu Hause? Das hab ich nie verstanden?? Wie können die da flanieren gehen an dem Tag ? Das geht doch gar nicht! Zum einen ist es der Geburtstag , da lässt man das Mädel doch nicht alleine zu Hause. Und dann auch noch DER Tag der Prophezeiung , da schon mal gar nicht , oder??

Es kommt wie es kommen muss, sie sticht sich an der Spindel...? Noch etwas was ich lange nicht einordnen konnte. Als großer Märchenfan habe ich mich oft mit solchen Symbolen in den Märchen befasst. An einem Spinnrad kann man sich nicht stechen!

An einer damaligen Handspindel schon ( man muss es halt drauf anlegen...aber hier galt ja auch ein Fluch, da geht das bestimmt irgendwie!) Abgesehen davon war das Spinnrad zur Zeit von Dornröschens Entstehung , übrigens aus dem Französischen, noch gar nicht erfunden. Der Schwindel mit dem Spinnrad

Handspindel    

Spindel 


 










Vielleicht denkt jetzt der eine oder andere, da schwelgt sie immer im Zauber der Märchen und Symbolen und dann wird sie akribisch und legt Wert auf solche banalen Details? Ja , in diesem Fall schon!! Da brauch ich es auch mal genau!

Dornröschen sollte also hundert Jahre schlafen. Sie altert keinen Tag und alles um sie herum erstarrt ebenso, schläft ein. Faszinierend! Ein Zauber, ein Fluch . Und nur einer kann sie erlösen...hatten wir ja schon..

Wobei ich anmerken muss, das mir die armen Kerle leid tun , die vor der Frist versucht haben sie zu retten(warum eigentlich retten? Die hat so schön geschlummert , 100 Jahre...) . Der Retter war am Ende einfach nur zum richtigen Zeitpunkt , am richtigen Ort!

Schöner Held!

Ich möchte meine Kinder auch beschützen, alle drei. Jeden individuell, da ticken so viele Persönlichkeiten , Charaktere drin...jeder hat seine Fallstricke, seinen „Fluch“.

Aber mal ganz ehrlich...ich kann nicht alles Unheil von ihnen abwenden, ihnen abnehmen und sollte es auch nicht. Laufen haben wir alle nur durch hinfallen gelernt. Jedes Kind sollte die Chance auf eigene Erfahrungen haben. Auf eigene Fehler, die sind so wichtig! Nur sollten wir als Eltern immer im Hintergrund sein, bereit zu helfen , zu trösten , zu zuhören...

Dornröschens Eltern wussten um den besonderen Tag des 15. Geburtstag und waren trotzdem nicht da ?!

Wir können nicht alles verhindern , aber wir können versuchen unser Bestes zu geben und das wird reichen (müssen).


Mein Dornröschen beschäftigt sich mit dem Thema schlafen. Ein erstes Modell an Puppenbettwäsche geht an ganz besonders geliebte und ebenso alte Puppen.










An der " Schlafausrüstung "für MEINE Püppi arbeite ich noch!

Liebe Grüße und ab zu Maika.

Montag, 6. September 2021

 





Puppenmittmacherei, das 4. Treffen


Ich hänge etwas hinterher mit meinem Beitrag, mit der „Puppi“ aber eigentlich nicht.

Im Sommerurlaub bin ich ein gutes Stück vorangekommen.

Es sind immer ganz kleine Schritte, so klein im Detail , aber ganz groß für meine Puppe und somit auch für mich.

Ich habe also ein bisschen herum getüftelt was die Weitergestaltung des Kopfes anbelangt. Es scheute mich ein wenig davor weiter zu machen und sozusagen „Farbe“ zu bekennen. Was wenn das nix wird? Wenn ich sie jetzt verderbe? Was wenn die Farbe (ich verwende ganz banale Acrylfarbe) nicht hält?...Zuerst aber mussten ja die Augen hinein. Was für ein Unterfangen...gar nicht mein Ding!

Zum Glück hatte ich Hilfe von einem waschechten Opa, von Haus aus handwerklich begabt und leidenschaftlicher Modellbauer. Soll heißen , der kann gut mit so kleinem „Piebelkram“.

Wahrscheinlich ist es vom Universum ohnehin so vorgesehen, das an dieser Puppi Augenwechsel nur von Opas durchgeführt werden sollten. Denn auch das erste paar Augen vor vielen Jahrzehnten wechselte damals mein Opa , nachdem ich vermutlich die originalen eingedrückt hatte?!

Als sie mich dann endlich anschaute war das mit der Farbe , dem Anmischen des richtigen Farbtons ,kein Problem mehr! Die Arbeit ging mir dann ganz flüssig von der Hand und mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden.

Beim Körper musste ich nochmal einen neuen nähen, der Vorgänger war zu klein. Ich musste ja ein Herz, eine Stimme(ich habe eine neue Stimme eingesetzt, da die alte nur ganz schwach noch zu hören war!)und das lavendelsäckchen unterbringen. Außerdem hatte ich noch das Problem der Kopfbefestigung zu regeln, auch dafür brauchte ich mehr Stoff...!

Ich habe den ursprünglichen Schnitt um ca. 1 cm vergrößert und oben einen Tunnelzug genäht und einen Gummi eingezogen. Dieser hält das Köpfchen ganz fantastisch, so das ich gar nicht zusätzlich kleben musste.

Im Inneren befindet sich wie geplant Schafwolle, die ich proportionell angefilzt habe.

Ein besonderes Highlight sind die kleinen Fußzehen, der Po und der Bauchnabel. Ich überlege nun ob ich noch Finger mache?!

Im Moment trägt sie den gestrickten Strampel vom Flohmarkt und schlummert noch etwas provisorisch in ihrem Bettchen.

Jetzt kann ich mich in Ruhe um die Ausgestaltung des Bettchens und ihre Nachtgarderobe kümmern.

Dann grüße ich alle puppennähverliebten und bis zum nächsten Treffen, Grüße...zu sehen bei Instagram   #Puppenmittmacherei2021 

und bei Mariengold.










Abschnitt 1...der wohl schwierigste , der Kopf...


jetzt der Körper...